Zur Startseite

Aktuelle Meldungen

  • Home

Brachialer Eingriff in die Natur im Prötschenbachtal

Die Wegebaumaßnahme im Bereich des Prötschenbachtals mit einer Verrohrung des dort verlaufenden Baches durch Zimmereiunternehmer Harald Fleischmann sorgt für massive Kritik seitens der Naturschutzverbände. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) spricht von einem „brachialen Eingriff in die Natur“ – eine Einschätzung, der sich die Kreisgruppe Kulmbach des BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN) anschließt.

Besonders kritisch wird vom BN bewertet, dass der Wegebau nach Auskunft der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Kulmbach ohne eine behördliche Genehmigung begonnen wurde. Aus Sicht des BN handelt es sich um einen nicht genehmigungsfähigen Eingriff in Natur und Landschaft, sowohl aus naturschutz- und forst- als auch wasserrechtlicher Sicht.

Nach Auffassung des BN wurde durch die Maßnahme ein bislang weitgehend unberührter Naturraum erheblich beschädigt. Stattliche Bäume wurden gefällt, ein Bach verrohrt, der plötzlich kein Wasser mehr führt und umfangreiche Erdarbeiten durchgeführt. Ein massiv ausgebauter Waldweg wurde mit ortsfremdem Material angelegt. Die verdichtete und verbreiterte Trasse stellt nach Ansicht des BN einen erheblichen und nicht landschaftsgerechten Eingriff dar.

Um den Weg fertigzustellen, müsste zur Überquerung des rund fünf Meter tiefen Prötschenbachtals zudem eine umfangreiche Aufschüttung erfolgen – ein weiterer schwerwiegender Eingriff in das sensible Ökosystem.

Darüber hinaus kritisiert der BN die massiven Auswirkungen auf das Landschaftsbild. Der neu geschaffene Weg erscheint als technischer Fremdkörper in einer bislang naturnahen Umgebung und beeinträchtigt den Charakter des Prötschenbachtals nachhaltig.

Der geplante Weg unterscheidet sich erheblich von dem zuvor vorhandenen naturnahen Waldweg. Hinzu kommt: Der Eingriff ist aus Sicht des BN auch nicht lediglich eine Instandsetzung eines bestehenden Weges. Vielmehr handelt es sich um den systematischen, grundhaften Aus- und Umbau eines bisher aus Naturstoffen bestehenden Weges.

Deshalb ist der BN der Meinung, dass die bereits erfolgten Maßnahmen aus Sicht des Natur- und Landschaftsschutzes vollständig rückgebaut werden sollten.