WINDKRAFT

Windkraft nützen - Heimat schützen

 

Die Sonne schickt uns keine Rechnung, dafür aber den frischen, belebenden, unerschöpflichen, selten zerstörerischen Wind. Und dieser lässt sich mit risikoarmer, belastbarer Technik nachhaltig, sicher und rückstandsfrei zu elektrischer Energie "mahlen". Dies zum Wohle der Menschen und unserer Heimat Oberfranken, wenn es gelingt, die Wertschöpfungskette in unserer Region zu schließen. Windmühlen sind aber keine nostalgisch angehauchten, romantischen Baudenkmäler, sondern weithin sichtbare Hightech, ausgereifte, hocheffiziente Anlagen, bar jeder schwärmerischen Verklärung. Und gerade deshalb werden sie von vielen, auch "naturbewegten" Menschen, vehement abgelehnt und emotional bekämpft.  Wer aber die Energiewende zum Erfolg führen will, kann auf die Windkraft im Binnenland nicht verzichten. Denn diese ist die kostengünstigste Erneuerbare Energiequelle mit den geringsten Auswirkungen auf die Umwelt, dem geringsten Flächenbedarf und dem größten Potential.

 

Auch Menschen in Franken verbrauchen Energie, benötigen Strom, leiden unter dem Klimawandel und müssen sich ihrer Verantwortung gegenüber nachkommenden

Generationen stellen. Franken benötigt Klimaschutz. Franken benötigt Erneuerbare Energien und damit auch Strom aus Windenergie.

 

Wind- und Sonnenenergie liefern Strom zu sehr niedrigen Kosten und sichern damit unseren Wohlstand. Aber sie sind abhängig von der Jahreszeit, der Tageszeit und der Witterung. Zur Unterstützung der Netzstabilität benötigen sie daher zusätzlich flexibel steuerbare Stromproduzenten. Eine Antwort heißt „Strom aus Heizung“. Die Stromlücke, also das Fehlen elektrischer Leistung in kurzen Zeiträumen, kann durch die elektrische Leistung aus Kraft-Wärme- Kopplung geschlossen werden. Biomasse ist speicherbar, für Kraft-Wärme-Kopplung exzellent geeignet und bei sinnvoller Windkraft nützen - Heimat schützen

Die Sonne schickt uns keine Rechnung, dafür aber den frischen, belebenden, unerschöpflichen, selten zerstörerischen Wind. Und dieser lässt sich mit risikoarmer, belastbarer Technik nachhaltig, sicher und rückstandsfrei zu elektrischer Energie "mahlen". Dies zum Wohle der Menschen und unserer Heimat Oberfranken, wenn es gelingt, die Wertschöpfungskette in unserer Region zu schließen. Windmühlen sind aber keine nostalgisch angehauchten, romantischen Baudenkmäler, sondern weithin sichtbare Hightech, ausgereifte, hocheffiziente Anlagen, bar jeder schwärmerischen Verklärung. Und gerade deshalb werden sie von vielen, auch "naturbewegten" Menschen, vehement abgelehnt und emotional bekämpft.  Wer aber die Energiewende zum Erfolg führen will, kann auf die Windkraft im Binnenland nicht verzichten. Denn diese ist die kostengünstigste Erneuerbare Energiequelle mit den geringsten Auswirkungen auf die Umwelt, dem geringsten Flächenbedarf und dem größten Potential.

sinnvoller

Nutzung ein weiteres Standbein unserer heimischen Landwirtschaft.

 

Windkraft aber benötigt ökologische Leitplanken, daher unterstützen wir eine transparente Regionalplanung, die sich an vernünftigen Genehmigungskriterien orientiert mit dem Ziel 10% des bayerischen Energiebedarfs durch Windkraft zu decken. Künftige Generationen, gerade in Oberfranken, werden es uns danken.

 

 

 

 

ARGUMENTE GEGEN GEGENWIND

Der BUND Naturschutz in Bayern e.V. korrigiert Behauptungen, die gegen den

 

BUND Naturschutz, gegen die Energiewende und gegen die Windenergie in

 

Bayern aufgestellt werden.

 

 

Behauptung 1: „Die Energiewende ist nicht notwendig“

Der BUND Naturschutz fordert „Atomausstieg Sofort – Ohne Schuldhaftes Zögern“  denn die Atomtechnologie ist eine tödliche gefährliche Technologie. Der BUND Naturschutz fordert den Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung bis spätestens2050, das heißt aktiven Klimaschutz zum Wohle nachfolgender Generationen. Der BUND Naturschutz fordert mehr Gerechtigkeit bei der Energieversorgung und daher die gemeinsame Forderung „Energiewende von Unten“, Energiepolitik für Bürgerenergiegesellschaften, Energieversorgung in der Hand der Kommunen und in der Hand der Bürgerinnen und Bürger. Die Staatsregierung Bayerns in München und die Bundesregierung in Berlinverunsichern die Bevölkerung vor Ort 

- durch die „Strompreisbremse“ BMU Herr Peter Altmaier in 2013,

- die Vereinbarungen pro Kohle und gegen Erneuerbare Energien im Koalitionsvertrag Schwarz-Rot von 2013,

- durch Netzsicherheitsmanagement wegen angeblicher Fotovoltaik-Überlast in den Verteilernetzen,

- Deckelung von Wind- und Sonnenenergie, zwingende Direktvermarktung und Leistungsauktionen in den Entwürfen zum neuen EEG2014,

 - eine unsinnige Abstandsregelung „10*H“ für Windräder zu Wohnbebauungenin Bayern.

 

Der BUND Naturschutz hat in Stellungnahmen mitgewirkt an der Entwicklung des „Winderlasses Bayern“ vom Dezember 2011. Dort sind klare Vorgaben zum Schutz von Landschaft und Natur in Bayern bei der Erarbeitung von Regionalplänen zur Windnutzung durch die Regionalen Planungsverbände der Kommunen Bayerns festgelegt: Verordnungen zum Schutz von Vögeln und Federmäusen, Vorgaben zum Schutz der Bewohner durch Lärmschutz und Schutz vor Schattenwurf. Naturparke sind touristische Einrichtungen und haben keine Wirkung im Naturschutz. Der Schutz der Landschaft durch Landschaftsschutzgebiete muss beachtet werden. Für die Landschaftsschutzgebiete in den Naturparks Bayern werden daher Zonierungskonzepte für die Windenergienutzung nach wissenschaftlich nachvollziehbaren Kriterien entwickelt und vorgegeben.

 

Behauptung 2: Der BN schützt die Fränkische Kulturlandschaft nicht“

Der BUND Naturschutz setzt sich für den Schutz der Fränkischen Kultur- und Naturlandschaft ein! Der BUND Naturschutz kämpft gegen unsinnige Straßenbauprojekte. Der BUND Naturschutz kämpft gegen überzogene Ausweisungen von Gewerbegebieten und die Versiegelung der Landschaft. Der BUND Naturschutz kämpft für die Ausweisung von Naturschutzgebieten. Der BUND Naturschutz kämpft für den Nationalpark Steigerwald! April 2014 Menschen in Franken verbrauchen Energie, Menschen in Franken benötigen Strom. Daher ist die Diskussion, den von uns Menschen verbrauchten Strom auch nachhaltig mit Erneuerbaren Energien zum machbar großen Teil auch in Franken zu produzieren, ein Auftrag an unsere Verantwortung gegenüber nachkommenden Generationen. Franken benötigt den Klimaschutz. Franken benötigt daher Erneuerbare Energien. Franken benötigt daher Strom aus Windenergie.

 

Behauptung 3: „BN weiß nicht, was er will - sollte die Natur schützen“

Der BUND Naturschutz hat in seinen Delegierten-Versammlungen der Jahre 2011, 2012 und 2013 ohne Gegenstimmen Beschlüsse gefasst: „Atomausstieg Sofort – Ohne Schuldhaftes Zögern.“ Für die Menschen in Bayern. Der BUND Naturschutz hat in seiner Delegierten-Versammlung von 2013 ohne Gegenstimmen den Beschluss gefasst: „Ausstieg aus der fossilen Stromversorgung in Bayern bis 2040 – für den Klimaschutz“. Für die Zukunft Bayerns. Der BUND Naturschutz kämpft gegen unsinnige Straßenbauten – im Straßenverkehr kommen in Deutschland hundert Mal mehr Vögel um als an Windrädern! Der BUND Naturschutz kämpft gegen unsinnige Gewerbegebiete und gegen zu viel Stromleitungen – an Gebäuden und an Stromfreileitungen kommen in Deutschland ca. zehn Mal mehr Vögel um als an Windrädern! Der BUND Naturschutz kämpft für den Ersatz von fossiler Energie durch Erneuerbare Energien – die Ausbeutung fossiler Energielagerstätten ist einer der Hauptgründe weltweit für das globale Artensterben. Der BUND Naturschutz kämpft gegen unsinnige Flughafenprojekte, wie die Dritte Startbahn in München, oder einen neuen Flughafen bei Coburg. Flugzeuge bedrohen im Start- und Landeflug nicht nur einzelne Vögel, sondern zur Sicherung des Flugverkehr werden lokale Großvogelpopulationen ausgerottet.

 

Behauptung 4: „BN bei Naturschutz in Sachen Windkraft untätig, gefügig und monetär abhängig von WEA-Investoren?“ 

 

Der BUND Naturschutz sieht in der Windenergie eine Technologie der Hoffnung, mit deren Hilfe wir zusammen mit Energiesparen und Energieeffizienz in naher Zukunft die Energiewende von Unten umsetzen können – ohne Atomenergie und ohne Gefahren für das Weltklima. Der BUND Naturschutz sieht aber auch, dass moderne Windenergieanlagen technische Einrichtungen sind. Der BUND Naturschutz arbeitet in Stellungnahmen an der kommunalen Regionalplanung Windenergie mit – im Mittel lehnte der BUND Naturschutz ca. zwischen einem Fünftel und einem Viertel der Vorranggebiete Windenergie in den Regionalplanungen aus Gründen des Naturschutzes ab. Der BUND Naturschutz ist ein gemeinnütziger Verein, der ideelle Ziele des Natur und Landschaftsschutzes verfolgt. Seit dem Bestehen des Erneuerbare Energien Gesetzes, hat sich der BUND Naturschutz in keinem Projekt Windenergie wirtschaftlich oder finanziell engagiert. April 2014 Der BUND Naturschutz ist finanziell unabhängig, seine Finanzierung erfolgt über Mitgliedsbeiträge und Spenden – dies kann in den Geschäftsberichten offen nachvollzogen werden. Sponsoring durch Unternehmen hat der BUND Naturschutz für sich klar durch Beschlüsse der Delegiertenversammlungen ausgeschlossen. Der BUND Naturschutz in Bayern e.V. erhält daher kein Geld für Windräder und nimmt auch kein Geld hierfür an. Hinweis: Im „Windenergieerlass“ der Bayerischen Staatsregierung vom Dezember 2011 hat die Bayerische Staatsregierung Ausgleichszahlungen für Windräder gemäß laufender Meter Höhe und gemäß Einstufung des beeinflussten Landschaftsbildes festgelegt. Der BUND Naturschutz steht diesen Ausgleichszahlungen ablehnend gegenüber. Diese Ausgleichszahlungen belaufen sich, je nach Landschaftsbild, für ein modernes Windrad auf einige wenige zehntausend Euro bis zu einigen hunderttausend Euro. Das Geld muss der jeweilige Betreiber nach Auflage durch das Landratsamt an den jeweiligen Landkreis bezahlen. Die Gelder werden durch den Naturschutzfonds der Bayerischen Staatsregierung verwaltet. Sie sollen von den Landkreisen für lokale Naturschutzmaßnahmen verwendet werden. Der BUND Naturschutz in Bayern e.V. als unabhängiger Verband, wie auch seine lokalen Kreis- und Ortsgruppen, hat mit diesen vom Bayerischen Staat für die Bayerischen Kommunen verwalteten Geldern nichts zu tun.

 

Behauptung 5: „Windenergieabschöpfung unsinnig, Windenergie liefert nicht mal

1/5 der Jahresstromproduktion - dann kann man sie gleich weglassen“.

 

Der BUND Naturschutz begrüßt das Erneuerbare Energien Gesetz von 2001. Vor 2000 war Windenergie unbedeutend, heute liefert Windenergie bald 10 % des Stroms in Deutschland. Der BUND Naturschutz fordert den Ausbau der Windenergie in Bayern, die Windenergie liefert zwar heute nur ca. 1 % des Stroms in Bayern – aber Windenergie wurde im „Atomstaat Bayern“ bis 2011 massiv behindert. Im Bayerischen Energiekonzept „Energie Innovativ“ vom Mai 2011, nach dem Unfall von Fukushima, sieht sogar die Bayerische Staatsregierung ein Potential von bis zu 17´Milliarden Kilowattstunden Windstrom in Bayern – das wären ca. 20 % des Stroms in Bayern.´Der BUND Naturschutz begrüßt die Kampagnen des Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit und des Landesamts für Umwelt für den Energie-3-Sprung: Energiesparen, Energieeffizienz, Ausbau der Erneuerbaren Energien! Der BUND Naturschutz hat gemeinsam mit dem Landesbund für Vogelschutz und dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit im September 2012 einen 12-Punkte-Maßnahmenkatalog vorgelegt, der aufzeigt wie bis zum Jahr 2020 20 % des Strom und bis zum Jahr 2050 50% des Strom eingespart werden kann, in 2011 lag der Stromverbrauch bei 85 Milliarden Kilowattstunden. Dann könnte der Windstrom in Bayern ca. die Hälfte des Stroms als elektrische Energie liefern. In allen Studien zu sicherer Versorgung Bayerns oder Deutschland kommt der´Windenergie, neben Energiesparen und Fotovoltaik, eine große Bedeutung zu. April 2014

 

 Behauptung 6: „Windenergieabschöpfung unsinnig, Windräder liefern kein Beitrag zum Klimaschutz“ 

BUND Naturschutz stellt klar: 2 wichtige Schritte führen zum Klimaschutz.

 

- Schritt 1: Energie-3-Sprung mit Ausbau der Windenergie in Bayern

- Schritt 2: Herunterfahren der Kohleverstromung, damit weniger Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid.

 Das Erneuerbare Energien Gesetz in seinen Ausführungen von 2001 bis 2012 hat den Ausbau der Erneuerbaren Energien unterstützt, auch den Ausbau der Windenergie. Die Bundesregierung und die EU hatten mit der Einführung des Kohlendioxid Emissions-Zertifikate-Handels ein Instrument einführen wollen, das die Kohleverstromung und damit den Ausstoß von Kohlendioxid reduzieren sollte. Doch durch massiven Industrielobbyismus wurde dieser Handel durch Ausgabe von zu vielen Zertifikaten ausgehöhlt und unwirksam gemacht.

- Setzt man die Klimaschäden-Folgekosten an, und würde eine Internalisierung der externen Klimafolge-Kosten berücksichtigt werden, müsste der Preis bei über 100 Euro pro Tonne Kohlendioxid liegen. 

- Zur Reduktion der Kohleverstromung über den Marktmechanismus des Kohlendioxid-Zertifikate-Handels müsste gemäß Berechnungen des Umweltbundesamtes der Preis bei über 20 Euro pro Tonne Kohlendioxid liegen.

- Durch die Tricks von Großer Industrie und Politik liegt der Preis heute bei ca. 5 Euro pro Tonne Kohlendioxid. Dieser viel zu niedrige Preis führt heute zu einem Übermaß an klimaschädlichem Kohlestrom, trotz vorhandenem Windstrom. Der Kohlendioxid-Zertifikate-Handel ist gezielt wirkungslos. Dieses Übermaß an Kohlestrom führt zu sinkenden Strompreisen an der Börse in Deutschland. Lag dieser im Mittel in 2010 noch bei ca. 6 Cent pro Kilowattstunde, so liegt dieser heute in 2013 bei ca. 3 Cent pro Kilowattstunde:

- Dies führt zu niedrigen Strompreisen für die Industrie in Deutschland. Daher kritisiert die EU die deutsche Strompolitik.

- Dies führt über die Methode der Differenzberechnung, eingeführt in 2009 von der Schwarz-Gelben Bundesregierung, zu steigenden EEG-Umlagen für kleine Stromabnehmer.

- Daher können in Deutschland keine modernen Gaskraftwerke ohne staatliche Subventionen gebaut werden – der Strom in Deutschland ist an der Börse zu billig. Leider folgt die Schwarz-Rote Koalition dem Diktat der Kohleindustrie und will im EEG2014 die Erneuerbaren Energien bremsen und die Kohleverstromung weiterhin schützen. „Ausstieg“ aus dem Klimaschutz.

 

Behauptung 7: „Windkraft ist nicht grundlastfähig?“

Der BUND Naturschutz weist darauf hin: Die Verbraucher in Bayern benötige  keine Grundlast, sondern zukunftsfähige elektrische Energie („Strom“) und flexible elektrische Leistung. Das Stromnetz speichert keinen Strom. April 2014 Bayern benötigt Netzstabilität. Die elektrische Last der Verbraucher muss zu jedem Zeitpunkt durch ausreichend elektrische Leistung bedient werden. Tags zur Mittagszeit benötigen die Verbraucher ca. doppelt so viel „Strom“ wie nachts. Die unflexiblen Kraftwerke AKW und Kohlekraftwerke sind Grundlast-beschränkt, das heißt sie sind nicht flexibel, und produzieren nachts ebenso viel Strom wie tagsüber – am Bedarf der Verbraucher vorbei! Daher waren vor dem Start der Energiewende die Strompreise nachts zu niedrig, und tags zu hoch! Windenergie und Sonnenenergie liefern Strom als elektrische Energie zu sehr niedrigen Grenzkosten, damit in der Zukunft kostengünstigen Strom. Aber – sie sind Jahreszeit-,Tageszeit- und Witterungs-abhängig. Zur Unterstützung der Netzstabilität benötigen sie daher zusätzlich flexibel steuerbare Stromproduzenten. Die Antwort heißt hier „Strom aus Heizung“, technisch Kraft-Wärme-Kopplung. Also Kraftwerke, die bei Wärmeabnehmern, somit an Wärmesenke, sitzen, die unseren Wärmebedarf decken, also (1) Heizen im Herbst, Winter, Frühjahr und Warmwasser im Sommer, sowie Wärme für Industrie und Gewerbe, und (2) zugleich etwas Strom als elektrische Energie liefern und (3) vor allem elektrische Leistung zur Verfügung stellen – wenn diese gebraucht wird. Die Technologie besteht, wir müssen diese nur´gezielt bündeln und nutzen. Beispiele: (a) Flexibilisierung bestehender Biogasanlagen in Bayern, heute 700 MW im 24 Stunden Betrieb, bei 6 Stunden pro Tag könnte die gleiche Energie im Blockbetrieb das Vierfache, also 2800 MW, liefern, oder (b) Heizkraftwerke der Großstädte, ebenso wie (c) Blockheizkraftwerke in Wohnblöcken oder in Verwaltungsgebäuden am Lande.

 

Behauptung 8. „Unzuverlässigkeit des Windstroms bedingt eine zweiten. Kraftwerkspark konventionell im Hintergrund“

 

BUND Naturschutz weist darauf hin, dass die großen Mengen an elektrischer Energie zukünftig mit Windenergie und Fotovoltaik hergestellt werden können und müssen, zu geringen Grenzkosten, kostengünstig und nachhaltig. Es bleiben in Summe ca. 2 – 4 Wochen im Jahr offen, während dieser die elektrische Leistung und Energie nicht von den „fluktuierenden“ Erneuerbaren Energien Wind und Sonne abgedeckt werden können. Das sind weniger als 10 % der Jahresdauer, das wären ca. 50 Milliarden Kilowattstunden Strom bei heutigem Stromverbrauch, von 630 Milliarden Kilowattstunden Strom in Deutschland, oder eben die Hälfte, wenn wir couragiert Strom sparen. Fluktuationen von Wind und Sonne sind vorhersehbar – das ist Aufgabe der Wettervorhersage. Die Stromlücke von kleiner 10 %, respektive das Fehlen elektrischer Leistung in kurzen Zeiträumen, wird durch die elektrische Leistung aus Kraft-Wärme- Kopplung ergänzt. Biomasse ist speicherbar – und ist daher hierfür exzellent geeignet. Die Stoffmengen hierfür sind in Summe gering und in Deutschland und Bayern vorhanden, die dezentrale verfügbare elektrische Leistung wird in virtuellen Ersatzkraftwerken gebündelt: „Strom aus Heizung“! Ein zweiter „Schattenkraftwerkspark“ (sogenannter Kapazitätsmarkt) ist für eine dezentrale Energiewende nicht oder nur kaum erforderlich.

 

Behauptung 9: „Windstrom nicht speicherfähig“ April 2011

 

BUND Naturschutz stellt klar: Elektrischer Strom, unabhängig von der Produktionsform, ist direkt nie speicherbar. Die Energie der in einer Spannungsdifferenz bewegten elektrischen Ladung, genannt elektrische Energie oder Strom, muss zur Speicherung immer in eine andere Form der Energie überführt werden. Aber – Biomasse ist speicherbar und daher hervorragend geeignet, Lücken der elektrischen Leistung aus Sonne und Wind zu füllen, damit Netzstabilität herzustellen. Wollen wir die Energie im Sonnen- oder Windstrom speichern, unter wirtschaftlichen Bedingungen, benötigen wir Sonnen- und Windstrom im Überschuss. Haben wir diesen nachhaltigen Strom im Überschuss über mindestens 1000, besser 2000 Stunden, dann können wir innovative Industrien betreiben, die die elektrische Energie in stoffliche Energieträger überführen, die dann als saisonale, Tages- und Kurzzeitspeicher dienen können. Eine Möglichkeit böte die seit langem bekannte Elektrolyse von Wasser mittels Strom in Wasserstoff und Sauerstoff. Der seit 100 Jahren bekannte Sabatier-Prozess kann Kohlenmonoxid oder Kohlendioxid mit Wasserstoff zu Methan umsetzen – der chemische Energieträger im Erdgas oder Biogas. Das Erdgasnetz hat enorme Speicherkapazitäten (ca. 200 Milliarden´Kilowattstunden in Deutschland), enorme Transportkapazitäten (eine Erdgasleitung transportiert ca. 10 Mal mehr Energie als eine Höchstspannungsleitung), mit Methan (Erdgas) können große Heizkraftwerke und Blockheizkraftwerke als virtuelle Ersatzkraftwerke für die Netzstabilität betrieben werden.

 

Behauptung 10: „Infraschall aus Windkraftanlagen ist besonders schädlich“

Der BUND Naturschutz weist daraufhin, dass eine der Hauptquellen der verschiedenen Formen von Schall, wie nicht hörbarer Ultraschall, hörbarer Schall und nicht hörbarer Infraschall, in unserer Gesellschaft v.a. der Straßenverkehr ist. Schall als physikalisches Phänomen ist gut beschreibbar und berechenbar. Schall, hörbar oder bei hohen und niederen Frequenzen nicht hörbar, ist bei hohem Schalldruck gesundheitsschädlich, wird bei mittlerem Schalldruck oft als störend empfunden, und ist bei normalem oder geringem Schalldruck ubiquitär, also allgegenwärtig, respektive Teil unseres menschlichen Lebens: Unterhaltung, Musik, Kommunikation oder Vogelgezwitscher für den hörbaren Schall, respektiv Infraschall aus Blätterrauschen, Wasserfällen oder Meereswellen. In Deutschland gibt es kein absolutes Recht auf Ruhe oder Schallfreiheit. Der Gesetzgeber wägt die verschiedenen Interessen ab – Ruhe (Schlafen) – Mobilität (Verkehr) – Arbeitsplätze (Wirtschaften, Industrie). Welchen Lärm oder Schall wir uns gegenseitig mit unseren Interessen zumuten dürfen, was wir an Aktivitäten Anderer ertragen müssen, das regelt das 16. Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) und dort die Technische Anleitung Lärm (TA Lärm). Aus dem BImSchG wird abgeleitet, wie nahe Straßen oder Gewerbe oder auch Windräder an Wohnungen gebaut werden dürfen.Aus der TA Lärm leiten sich für moderne Windräder Abstände zu den meisten Wohngebieten der Landgemeinden Abstände um die 700 Meter ab. Das Landesamt für Umwelt der Bayerischen Staatsregierung stellt in einer Studie von 2012 fest, dass wenn die TA Lärm für Windräder eingehalten wird, dass dann auch von der Infraschallbelastung keine Gesundheitsgefahren zu erwarten sind. April 2014

 

 

Aktuell steht keine Überarbeitung des 16. BImSchG / der TA Lärm an.

 Der BUND Naturschutz würde eine Verschärfung begrüßen. Ein Verschärfung der TA Lärm würde mehr gesetzliche Möglichkeiten eröffnen, den Bau unsinniger Straßen und Gewerbegebiete zu verbieten, würde Möglichkeiten eröffnen, Tempolimit auf deutschen Autobahnen zu erzwingen und die Nutzung schwerer PKWs einzuschränken, würde aber auch die Standorte für Windräder einschränken. Der BUND Naturschutz würde aber abschätzen, dass der Effekt Energiesparen durch Beschränkungen für den Straßenverkehr mehr Positives für die Energiewende erbrächte, als der Verlust an Windradflächen.

 

 

 

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