Baubeginn Umfahrung Melkendorf

Bund Naturschutz weiter gegen Umfahrung Melkendorf

 

„Ein schwarzer Tag für Oberfranken“, so kommentiert Tom Konopka, Regionalreferent des Bund Naturschutz, die ersten massiven Baumfällungen für den Neubau der Staatsstraße 2190. „Ein überdimensionierter Eingriff in den Naturhaushalt und die Kulturlandschaft, der sehr teuer bezahlt wird“, ergänzt Wolfgang Schenker,  Vorsitzender der Kreisgruppe Kulmbach. Hauptkritikpunkte der Naturschützer sind der Landschaftsverbrauch und massive Eingriffe in den Lebensraum Rotmaintal. Insgesamt verschwinden 4,7 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche unter Asphalt. Die in den Auen heimischen Rebhühner, Bekassinen, Kiebitze sowie Meister Adebar werden von den Baumaßnahmen sowie den folgenden Verkehrsströmen beeinträchtigt.

„Wir werden zusammen mit der Bürgerinitiative weiter gegen den Bau der Umfahrung streiten und Verbesserungen für die Melkendorfer einfordern.“

Vorstandsbereisung Thema Melkendorf

Nicht nur der Storch müßte einiges an Flugkunst beweisen, auch die Kibitze und Neuntöter sind durch den Bau der Umfahrung in Melkendorf gefährdet.

Der Widerstand gegen die Umfahrung Melkendorf geht weiter

Nachdem im Herbst 2009 die Klage des BN vor dem Verwaltungsgericht Bayreuth gegen den Planfeststellungsbeschluss abgewiesen wurde, entschied die BN- KG Kulmbach  Berufung einzulegen.

In der Urteilsverkündung wird dem BN u. a. vorgeworfen, man hätte nicht rechtzeitig auf gesetzliche Verpflichtungen im Hinblick auf das Artenschutzrecht hingewiesen. Diesen Vorwurf sehen wir als nicht gerechtfertigt,.da wir damit die Aufgaben der Behörde hätten übernehmen müssen. Dieser Vorwurf wurde im Begründungsschreiben zum Antrag auf Berufung vom beauftragten Rechtsanwalt widerlegt.

 

Eine 5-seitige naturschutzfachliche Begründung wurde von der KG Kulmbach zur Einarbeitung geliefert. Es wird vor allem kritisiert, dass sich für unter Schutz stehende Tierarten wie Weißstorch, Kiebitz oder Rebhuhn die Erhaltungszustände trotz der im LPB vorgesehenen Maßnahmen, vehement verschlechtern würden, was von Seite des Beklagten jedoch bestritten wird.

 

Nach Recherchen der Bürgerinitiative befänden sich ca. 60 % der Flächen der Trasse und den geplanten Ausgleichsflächen in privater Hand. Einige Bauern signalisierten bei Nachfrage, dass Sie nicht gewillt seien ihre Flächen zu verkaufen bzw. Auflagen zu deren Bewirtschaftung zu akzeptieren.

Daraufhin wurden die Grundstückseigner zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Es wurde der Standpunkt des BN bezüglich des Straßenbauvorhabens dargestellt. An die Grundstückseigner wurde appelliert, die in ihrem Besitz befindlichen Flächen nicht zu verkaufen, somit könnte der Bau der Trasse weiterhin verzögert werden.